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Prostatakarzinom

Active Surveillance = aktive Beobachtung –
ein neuer Begriff in der Therapie von Prostatakrebs

Active Surveillance = aktive Beobachtung – ist eine neue Therapiealternativefür so manchen Prostatakarzinompatienten. Der Patientenkreis umfasst Männer, deren Prostatakarzinom eher zufällig entdeckt wurde (z.B. durch PSA-Kontrollen) und deren Tumore genaue Kriterien erfüllen müsse. Bei diesen Patienten ist es sehr wahrscheinlich dass sie mit aber nicht an einem Prostatakrebs versterben. Der Prostatakrebs wird ja mit zunehmendem Alter häufiger (etwa 46% aller Männer zwischen dem 50. und dem 60.Lebensjahr haben bereits kleine Krebsherde in der Prostata, bei 80-jährigen sind es fast 80%) aber nur bei einem geringen Prozentsatz macht die Krebserkrankung auch Beschwerden oder klinische Symptome. Das Risiko liegt bei 16% aller Männer über dem 50. Lebensjahr dass im Laufe ihres Lebens ein Prostatakarzinom diagnostiziert wird. Aber „nur“ 3,6% der Männer versterben dann tatsächlich an ihrer Krebserkrankung. Was kann man nur Männern raten wenn bei vielen der Krebs erkannt aber nur ein geringes Risiko besteht daran zu sterben? Die Diagnose Prostatakrebs bedeutete ja bislang immer eine mehr oder weniger radikale Therapie (Operation, Bestrahlung oder Hormonentzugstherapie) mit entsprechender Einschränkung der Lebensqualität. In den letzten Jahren hat sich die wissenschaftliche Datenlage aber so verändert, dass man die bisherige Krebsdiagnostik als auch die Therapien teilweise kritisch hinterfragen muss – so Prof. Carter von der John Hopkins Klinik in Baltimore. Carter wies darauf hin, dass seit der breiten Anwendung des PSA-Tests zunehmend Männer mit einem Prostatakrebs niedrigen Risikos diagnostiziert werden. Nach Untersuchungen von Prof. Cooperberg gehören etwa 50% der Prostatakrebsfälle zu dieser Gruppe ! Die Kriterien für niedriges Risiko sind ein frühes Tumorstadium, nieder maligne Krebszellen in der Gewebsprobe und ein niedriger PSA Wert ( <10ng/ml). Auch der Berechnung der PSA-Verdoppelungszeit kommt eine zunehmende prognostische Bedeutung zu. Diese Patienten kann man nun engmaschig kontrollieren und erst dann therapieren falls es zu einem Fortschreiten der Krebserkrankung kommt.

Das attraktive an der aktiven Überwachung ist, dass man nicht nichts tut und zuwartet wie sich eine Erkrankung entwickelt, sondern solange wie verantwortbar zuwartet, aber falls notwendig dann zu einer definitiven Therapie schreitet.

Eine solche Behandlung erfordert aber einen disziplinierten Patienten, der regelmäßig zu den Kontrollen kommt. Die Kontrollen umfassen einen PSA-Bluttest, eine Prostatauntersuchung und wiederholte Prostatastanzen. Wenn ein Patient diese oben genannten Kriterien erfüllt, so hat er nach 5 Jahren eine Chance von 66% kein Fortschreiten seiner Prostatakrebserkrankung zu haben. Die große Frage ist natürlich was passiert mit den Patienten die erst später operiert oder bestrahlt werden. Auch hier zeigen die wissenschaftlichen Daten sehr erfreuliche Ergebnisse: Die Heilungswahrscheinlichkeit bei Operation sofort nach der Diagnosestellung Prostatakrebs liegt bei 82%, während sie für Patienten die erst nach Fortschreiten der Krebserkrankung therapiert werden mit 76% unwesentlich darunter liegt.

Vielleicht stehen wir vor einer neuen Ära der Therapie des Prostatakrebses – Patienten mit niedrigem Risiko können sich für diese konservative Therapieform entscheiden ohne langfristig ihre Lebensprognose zu verschlechtern. Voraussetzung ist, dass man sich engmaschig beim Urologen kontrollieren lässt und seine Krebserkrankung eher als seinen „Lebensbegleiter“ und nicht als Todesurteil sieht. Ob dabei die Anwendung einer Phytotherapie (z.B. Phytoprost complex) einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat, werden erst die wissenschaftlichen Studien zeigen. Ich nehme auch als eines von 2 Zentren in Österreich an einer Studie teil, in der Männer mit Prostatakarzinom konservativ behandelt werden – mehr unter www.prias-project.org.

Ich würde mich freuen, wenn ich Sie auf diesen Weg begleiten und beraten
darf !

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