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Die biologische Uhr bei älteren Männern

Immer häufiger entscheiden sich Paare, ihren Kinderwunsch in spätere Lebensabschnitte zu verlegen. Dass die biologische Uhr bei Frauen schon ab dem 26.Lebensjahr zu ticken beginnt und Mütter über dem 37.Lebensjahr schon als „alt“ zu bezeichnen sind, ist bekannt. Das genetische Risiko nimmt auch ganz dramatisch zu. Das Risiko ein Kind mit Down Syndrom zu bekommen ist für 20-jährige Frauen 1:1700, für 44-jährige Mütter 1:30 !

Wie verhält es sich aber bei den Männern ?

Prinzipiell können Männer bis ins hohe Alter Kinder zeugen, Prominente wie Lois Trenker, Michael Douglas und Donald Trump sind die besten Beweise. Aber mit zunehmendem Alter nimmt zunächst einmal die Samenqualität ab. Die Samenflüssigkeit wird weniger und auch die Zahl und Struktur der Spermien verschlechtern sich, so Univ.Prof.Dr. Jungwirth, Urologe und Androloge in Salzburg. Gleichzeitig nimmt auch die Produktion von männlichem Sexualhormon (Testosteron) ab, welches für die Samenproduktion, aber auch für die Erektionsfähigkeit des Penis wichtig ist. Testosteronmangel im Alter ist ein häufig unterschätztes Krankheitsbild, mehr als 20% aller Männer ab dem 50.Lebensjahr sind davon betroffen. So braucht ein 40-jähriger Mann doppelt so lange um eine Schwangerschaft zu erzielen wie ein 24-jähriger. Es gibt aber auch zunehmend Hinweise, dass das genetische Risiko bei älteren Vätern zunimmt. Die Träger der Erbinformation (Chromosomen) haben mit zunehmendem Alter reduzierte Reparaturmechanismen zur Verfügung und erhöhte zelluläre Giftstoffe, auch oxidativer Stress genannt, schädigen die Gene – kurz gesagt, die Chromosomen werden mit zunehmendem Alter „rostig“. Rezente Studien zeigen, dass das Risiko für genetische Veränderungen in den Samenzellen bei älteren Vätern auf das dreifache ansteigen. In England wurde deshalb das Alter für Samenspender von 50 auf 45 Jahre gesenkt. Ganz aktuell sind auch Untersuchungen, wonach bei Kindern älterer Väter gehäuft Erkrankungen wie Schizophrenie, Autismus und der Mongolismus beobachtet werden. Diese Krankheitsbilder traten unabhängig vom Alter der Mutter auf. Dr. Jungwirth gibt zu bedenken, dass es zunehmende Hinweise auch für eine biologische Uhr bei angehenden Vätern gibt, welche nicht durch jüngere Partnerinnen kompensiert werden können.

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